Yoho und Mount Revelstoke Nationalpark

Aus Lake Louise heraus fuhren wir die beiden Nationalparks Yoho und Mount Revelstoke an. Gerne hätten wir auch noch den Glacier Nationalpark gemacht, aber wie bereits kurz vorher erwähnt, war das Wetter leider 3 Wochen hinter der Saison. Aufgrund immenser Schneefälle und daraus resultierender Lawinensprengungen, war der gesamte Glacier Park gesperrt. Also machten wir uns auf zum Yoho Nationalpark, in der Hoffnung hier wäre uns das Wetter wohlwollender gesinnt.

Die Fahrt nach Yoho lohnte sich schon, denn der Trans-Canada-Highway bescherte uns nach wenigen Kilometern die erste Schwarzbärsichtung der Reise, vor allem darüber wie entspannt der Bär neben der Straße graste und den Löwenzahn genüsslich abrupfte und mampfte, und sich auch von mehreren haltenden Autos nicht stören ließ.

Erster Stopp im Yoho ist ein Ort für echte Zug-Enthusiasten. Die Spiral-Tunnel am Kicking Horse Pass. Als im Jahr 1871 der Entschluss der Regierung gefasst wurde eine Zugstrecke durch das gesamte Land zu bauen, waren die Rocky Mountains eines der größten Hindernisse; inklusive der steilen Berge des Kicking Horse Pass. Die Regierung erlaubte eine Steigung von 4.5% – doch schon der erste Zug der es 1884 versuchte, entgleiste und tötete 3 Bahnarbeiter. Auch bergaufwärts schafften es die Züge nur mit zusätzlichen Lokomotiven. Daher entschied man sich Anfang 1900 eine Schweizer Lösung zu adaptieren, und spiralförmige Tunnel zu nutzen. Wer mehr darüber wissen will, findet hier die Infos. Wir hatten das Glück einen Güterzug durch die Spiraltunnel fahren zu sehen. Und da hier Güterzüge gerne mal 2km lang sind, ist es ein lustiges Spektakel, wenn man das eine Ende des Zuges bereits am ersten Tunnel herauskommen sieht, während im Tal unten der letzte Wagen noch nicht im Tunnel ist.

Aufgrund des langen und schneereichen Winters gab es im Yoho Nationalpark leider noch keine offenen Trails. Den Emerald Lake und die Natural Bridge besuchten wir natürlich trotzdem – und waren auch hier wieder fast alleine.🙂

Im Mount Revelstoke Nationalpark war das Wetter zwar besser, dafür war die Erkenntnis des Tages ziemlich ärgerlich – man kann Natur nämlich doch „abschließen“ (entgegen eines Posts von mir in Atlantic Canada). Fast alle Boardwalks und auch einige Trails im Mount Revelstoke Nationalpark sind für die Saison 2022 komplett gesperrt wegen Sturmschäden. Einzig der Meadows in the Sky Parkway war zumindest teilweise geöffnet (leider nicht bis zum Gipfel aufgrund der winterlichen Bedingungen der Straße).

Die Natur die wir sehen konnten war zwar sehr schön, und wir wurden an dem Tag mit tollen Bärensichtungen überrascht, allerdings war der restliche Teil doch etwas frustrierend; nicht nur wegen des langen Winters, sondern v.a. auch weil es abgesehen von 2h im Mt. Revelstoke Park fast durchgängig regnete und wir mittlerweile ziemlich durchgefroren waren.

Dafür ließen wir es uns zumindest kulinarisch gut gehen – mit Thunfisch Steaks vom Feinsten, fühlte es sich fast schon wieder nach Glamping an. 😋


Mehr zu T5raumreise

2022 ging es wieder los – diesmal von Kanada bis Panama – 44.000 Kilometer auf dem nordamerikanischen Kontinent, unterwegs mit einem (selbst) ausgebauten T5 Bulli, den meine bessere Hälfte und ich, von Deutschland verschifften.