
Nach der längeren Auszeit in Whitehorse, hatten wir Kraft getankt und waren nun „back on the road“. Wir entschieden uns statt den Alaska Highway zurück zu fahren, für den Cassiar Highway. Er war zwar schön zu fahren, jedoch nach den Fahrten im hohen Norden nicht wahnsinnig anders. Auffällig waren auch hier die vielen „Brandschäden“ entlang des Highway.
Unterwegs begegneten uns eigentlich nur ständig Feuerwehr Pick-ups von British Columbia die alle in den Yukon düsten, da sie wegen den Waldbränden um „Amtshilfe“ gebeten wurden. Der Yukon erlebte einen unglaublich heißen Juni, während BC mit Überschwemmungen zu kämpfen hatte… verrücktes Wetter. Vom Cassiar Highway machten wir dann noch einen Abstecher nach Stewart/Hyder, bzw. nur bis kurz davor. Die beiden Orte sind die südlichste Grenze zwischen Alaska und Kanada, bekannt für Gletscher. Es gibt hier nur eine Grenzkontrolle auf kanadischer Seite, da der Ort auf US-Seite keinerlei Verbindung zum restlichen Festland hat.





Eigentlich wollten wir dann nach Prince Rupert fahren, ganz im Westen am Ende des Yellowhead Highways – die Fahrt soll spektakulär sein. Bei uns hat es nur aus Eimern geschüttet, daher drehten wir nach 50km um, und fuhren direkt nach Prince George. Nicht ohne bei unserem inzwischen geliebten Tim Hortons 🥰 ein paar Blogging-Kaffeestops einzulegen.

Unser nächster Stopp, mal wieder ein Living Museum – dieses Mal eine Goldgräberstadt: Barkerville. Auch wenn es sich doch etwas wiederholt, denn die meisten Living Museen bisher waren aus einer ähnlichen Zeit, gab es hier ein Theater und einen Saloon, Highlight waren allerdings auch hier wieder die Darsteller:innen. Wir nahmen sogar an einer viktorianischen Schulstunde teil und lernten gutes Benehmen… naja so viel eben noch zu retten ist 😜.













Jetzt wird es kurz technisch (Achtung Nerd-Alarm): Leider bemerkte ich zunehmend Geräusche an unserem treuen Bus. Er klang bei Belastung zunehmend so, als würde jemand mit einem Metallmesser in einer Blechdose Münzen verühren – kurzum grässliche Metall-auf-Metall Geräusche. Daraufhin recherchierte ich nochmal ausgiebig, denn ich muss zugeben, der Bus ist unser erster Dieselmotor, und davon hab ich bisher einfach keine Ahnung. Der Diesel Kraftstoff in Nordamerika hat deutlich schlechtere Qualität als in Europa. Wir hatten so etwas schon von Anderen gehört, z.B. von unseren 2 Fürthern, die damit schon Probleme hatten, bisher blieben wir jedoch verschont. Das Problem, dank neuster Einspritztechnologien (Common-Rail) und Abgasnormen sind die Zeiten vom Dieselmotor der fast mit allem fährt und verträgt, lange Geschichte. Heutige Dieselmotoren sind v.a. zickig! Das gipfelt sogar darin, dass man in Reiseforen liest wie Autohersteller in Europa sogar offen sagen „die Motoren sind nicht für Betrieb außerhalb Europas ausgelegt“. Herrlich! Nach Recherche gibt es v.a. 2 Probleme. USA, Kanada, Mexiko: zu geringer Cetan-Wert. Zentralamerika: Kein ULSD (Ultra-low-sulphur-Diesel).

Für das Cetan-Problem war die Lösung gefunden bei Canadian Tire (dem Laden für Autozubehör!, der ein bisschen das Tchibo-Konzept zu haben scheint, gestartet mit Reifen, gibt es heute alles was einen Baumarkt ausmacht und Küchenmaschinen 🤷♀️). Wir fanden einen Cetan-Booster und Reinigungs-Additiv. Einfach zu jeder Tankfüllung und unser Baby schnurrte wieder ruhig (und spart Sprit – wir fahren jetzt mit 7,5L!🥳).
Für die anderen Länder mit stark schwefelhaltigem Diesel ist es leider nicht so einfach zu lösen: ULSD scheint zwar ab und zu verfügbar zu sein, aber nicht besonders verbreitet. Mögliche Konsequenzen: Der DPF (Diesel-Partikelfilter) kann sich nicht mehr selbst regenerieren, der Kraftstofffilter verstopft, die AGR funktioniert nicht mehr – Motor geht in Notlaufmodus, bis hin zu Motorschaden (schlimmstenfalls). Klingt super! Aber es hilft nichts; Augen zu und durch. Zudem trösten wir uns damit, dass es in diesen Ländern „nur“ 7.000 km sein werden – mit gefüllten Kanistern aus Mexiko können wir auf 6.000 km reduzieren, und in den Großstädten heißt es Tankstellensuche, denn 2021 würde begonnen ULSD in manchen Ländern einzuführen… Wir hoffen das Beste (Und ich frage mich gerade wofür ich dieses Nerdwissen nochmal brauche😅).
Mit unserem nun wieder rund laufenden Auto, ging es in den sehr schönen und etwas ruhigeren als die Rocky Mountain Nationalparks, Wells Gray Provincial Park. Dieser ist vor allem für eine Vielzahl an Wasserfällen bekannt.









Im Wells Gray Park schliefen wir auf dem wohl schönsten Campingplatz seit Wochen. Einer Pferderanch, geführt von einem Schweizer Ehepaar, wo wir die Seele baumeln lassen konnten.








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