Von weißen Dünen zu dunklen Höhlen – New Mexicos Nationalparks

Nach unseren letzten Stopps in Utah ging es nun auf ziemlich direkten Weg Richtung Texas – doch ein paar Zwischenstopps nahmen wir noch mit, die alle sehr lohnenswert waren. Erster war ein Aussichtspunkt über die Lavafelder des El Malpais National Monument.

Der nächste Stopp ist der White Sands Nationalpark in New Mexico. Dabei handelt es sich um natürliche Gipsdünen (mit einer nahegelegenen Raketentestbasis; wenn Tests durchgeführt werden ist der Park geschlossen) die so weit reichen wie das Auge blicken kann. Einige Schritte hineingelaufen, merkt man den Unterschied zu „Sand“. Man sinkt kaum ein, und die Dünen sind kalt, da diese auf der zweiten Schicht unter der Oberfläche deutlich feuchter sind als echter Sand. Ein unglaublich schönes Ziel – was vor allem inspiriert zum Sandrodeln oder lustige Bilder machen – hier konnte selbst ich nicht widerstehen und habe ein paar Räder geschlagen für lustige Bilder (und mir direkt mal den Oberschenkelmuskel dabei gezerrt – Räder schlagen ist wohl doch nur was für junge Leute 😅). Es war auf jeden Fall ein super cooler Stopp!

Der Weg nach Texas und der mexikanischen Grenze hat uns ein weiteres Highlight beschert, den Carlsbad Caverns Nationalpark, der größten Tropfsteinhöhle des amerikanischen Kontinents. Schon die Anfahrt in der knochentrockene Umgebung bei 38° steigerte die Vorfreude auf eine Höhle ungemein. 😆 Die Höhle selbst ist atemberaubend. Es gibt zwei Eingänge, den natürlichen und einen Aufzug. Wir entschieden uns auf dem Hinweg für den natürlichen Eingang und alleine die kurze 1h Wanderung bis man in der Höhle angekommen ist, ist eine Wucht. Es fühlt sich ein wenig an, als würde man (Achtung – Geek Alarm!) in die Mienen von Moria hinabsteigen. Ich fand es einfach klasse, und hatte viel Zeit und Ruhe mit Stativ Langzeitbelichtungsaufnahmen zu machen – denn es war deutlich dunkler in den Höhlen und viele Dinge haben wir erst auf den Fotos entdeckt, da wir mit bloßem Auge in der Dunkelheit wenig sahen.

Die eindrucksvollsten Räume sind jedoch nur mit geführten Touren begehbar, die wegen Covid leider ausgesetzt sind. Dennoch waren die Carlsbad Caverns ein Erlebnis. Nicht umsonst nannte ein amerikanischer Poet (mir ist leider der Name entfallen) diese Höhlen den Grand Canyon unter der Erde.

Und als ob diese Höhle nicht schon beeindruckend genug gewesen wäre… der absolute Knaller ist die „Bat-Show“ kurz nach Sonnenuntergang. Dann nämlich verlassen alle 400.000 Fledermäuse innerhalb von ~20min „ihre“ Tropfsteinhöhle. Ein Wahnsinnsspektakel.

Bei der Beobachtung sind absolut keine elektronischen Geräte (und somit auch keine Handy oder Fotos) erlaubt, um die Tiere zu schützen und nicht zu stören. Wir haben uns daran gehalten, die Ranger haben auch patrouilliert damit Niemand filmt oder fotografiert. Und 99% waren artig und haben dieses erstaunliche Schauspiel einfach nur genossen – das bringt einem doch wieder den Glauben an den Großteil der Menschheit zurück, die anscheinend auch noch im Moment leben kann, ohne Instagram-Stories, Realtime Videos oder was Nicht alles…. Damit ihr euch einen Eindruck verschaffen könnt – professionelle Video-& Fotografen dürfen ab und zu das Spektakel unter strengen Auflagen filmen – hier findet man ein paar Bilder und Videos. Diese „Show“ war wahrlich ein Erlebnis.

Achja – und ich habe in den Carlsbad Caverns mein „Senior Ranger“ Abzeichen gemacht. Tatsächlich musste man wirklich ein Buch ausfüllen mit 12 von 17 Aufgaben (u.a. Details über Fledermäuse und Tropfsteinhöhne – gar nicht so einfach wie man jetzt denkt!!) und das wurde sogar von einem Park Ranger kontrolliert!

Ich dachte erst noch, dies ist mehr als lustiges Gimmick zu verstehen, aber Nein, der Park Ranger hat sich mit mir hingesetzt und hat meine Aufgaben kontrolliert und mir ziemlich viele tolle Infos gegeben. Ein bisschen wie in der Schule, aber ich habe viel gelernt und mein Abzeichen sowie einen schicken Pin erhalten (auf den hatte ich es nämlich abgesehen). 😁


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2022 ging es wieder los – diesmal von Kanada bis Panama – 44.000 Kilometer auf dem nordamerikanischen Kontinent, unterwegs mit einem (selbst) ausgebauten T5 Bulli, den meine bessere Hälfte und ich, von Deutschland verschifften.