Oh wie schön ist Panama!

Kurz bevor wir von Costa Rica nach Panama gefahren sind hieß es brainstormen. Das Auto würde definitiv aus Panama-Stadt heraus zurück nach Deutschland verschifft werden, denn von Panama gibt es keine Straße auf den südamerikanischen Kontinent. Aber was war mit uns? Klar war nur, für die Einreise nach Panama benötigen wir auch einen „Ausreise“-Plan. Panama will von allen Einreisenden ein Ticket für einen Rück-/Weiterflug o.ä. sehen um sich sicher zu sein, dass die Ausreise aus Panama auch geplant ist. Wir gönnten uns fast 2 Tage in denen wir Flugportale und Routen recherchierten: Sollte es weiter gehen nach Kolumbien, Jamaica oder über Florida zurück? Eigentlich waren wir auf Florida festgelegt, doch dann kam der Hurrikan. Also suchten wir weiter: Gibt es schöne Stopover-Ziele oder vielleicht ein anderes Ziel in der Karibik? Doch wir stellten fest dass das lange Unterwegssein, mit fast täglichen Ortswechseln, doch seinen Tribut forderte. Wir genossen die Aufenthalte an den Orten an denen wir länger sein konnten zunehmend, und es fiel uns auch langsam schwer nicht abzustumpfen, denn obgleich jedes Land etwas Besonderes mitbringt, ähneln sich Flora, Fauna und Kultur irgendwann doch sehr. Trotz der Schönheit der Tropen haben diese auch ihre Schattenseiten: Ständig Moskito-Repellent, lange Hosen, und das „Cook it, Peel it, Boil it or forget it“. Hinzu kam dass die Flüge aus Panama-Stadt nach Deutschland ohne größere Unterbrechungen (z.B. Stopover) deutlich günstiger waren, und daher fassten wir den Entschluss dass Panama das letzte Land auf unserer T5raumreise sein, denn man soll ja gehen, wenn es am Schönsten ist. 😉 Also hegten wir große Erwartungen an Panama – das letzte Land dieser Reise; wir wollten es nochmal richtig auskosten. Daher stand als erstes Ziel die wunderschönen Bocas del Toro an. Der Grenzübergang nach Panama war vergleichsweise entspannt, einzig der Ablauf war etwas umgedreht, da wir zuerst eine Autoversicherung abschließen mussten (was einige Zeit in Anspruch nahm, da im System der Versicherungsgesellschaft nur ein VW Fox im System zu finden war). Ansonsten waren alle an der Grenze sehr nett und es war einer der schnellsten Übergange.
In unserer ersten großen Stadt in Panama, David (zweitgrößte Stadt Panamas), bekamen wir erstmal einen USA-Schock: Die Stadt ist stark amerikanisiert, jede große Fast-Food Kette ist hier vertreten, und ein Einkaufszentrum reiht sich an das Nächste. Trotzdem war es auch angenehm einen so gut bestückten Supermarkt zu betreten und in einem guten Restaurant zu essen; ansonsten war David für uns nur eine Durchgangsstation.

Einmal quer durchs Land ging es nach Almirante, wo wir unseren Bus für die Tage auf Bocas del Toro zurückließen und ins Wassertaxi stiegen – natürlich nur mit dem Notwendigsten im Gepäck. 😆 Auf dem Weg zu den Inseln geht es am riesigen Chiquita-Hafenterminal vorbei.

Die Region Bocas del Toro (Inseln und v.a. das Festland) ist vor allem für seine Bananen bekannt die (leider meistens nicht unter den besten Bedingungen) von den Bananenmagnaten hier zu 100-Tausenden produziert und in die ganze Welt verschifft werden. Wenn man sich mit Bananen beschäftigt, dann wird schnell klar wie hier nach wie vor Ausbeutung stattfindet und unmögliche Bedingungen herrschen. Für uns ist seit wir die Hintergründe kennen klar: Nie wieder billige Non-Fairtrade Bananen!

Auf der Isla Colon kommt man in der größten Stadt Bocas del Toro und auch gleichzeitig der Provinzhauptstadt an. Das Örtchen selbst ist putzig, mit seinen ehemaligen kolonialen Holzhäusern die an vielen Stellen verfallen und von dem florierenden Geschäft (Ausbeutung) mit Bananen in der Kolonialzeit zeugen; und direkt hinter dem kleinen Örtchen beginnen schon die traumhaften Strandabschnitte.

Auf und um Bocas del Toro gibt es wunderschöne karibische Traumstrände und Korallenriffe; kurz gesagt ein Traumziel welches auf jeder Panama Reise stehen sollte. Wir fuhren mit dem Bus nach Playa Estrella, bekannt für seine Seesterne und entspannte Atmosphäre. Angeblich geht es hier in der Saison hoch her, doch da wir in der Nebensaison hier sind, sahen wir Jungs die am Strand Fußballspielen und Herren beim Kartenspielen; hier ticken die Uhren anders (wie schon an der Karibikküste in Costa Rica).

Der (Meeres)-Nationalpark Bastimentos war eine Wucht; über und unter Wasser. Traumhafte Inselchen in türkisem Wasser umringt von bunten Weichkorallenriffen, Bocas ist für uns schon jetzt DAS Highlight in Panama.

Nach wunderschönen Tagen auf Bocas del Toro ging es zurück auf das Festland und wir schlugen unsere Basis in David auf. Von dort aus wollten wir ins Hochland nach Boquete fahren und dort wandern, sowie Boca Chica mit einer Walbeobachtungstour und pazifischen Stränden. Leider war das Wetter nicht auf unserer Seite – ein Tropensturm zog über das Festland, v.a. in Costa Rica und Nicaragua, doch die Ausläufer sorgten für durchgängige 5 Tage Regen in denen wir in David saßen und darauf hofften dass der Regen vorbeiging. Wir versuchten zwar nach Boquete zu fahren, doch es goss wie aus Eimern. Daher haben wir nur „Essenspausen“ in einem Wandergebiet gemacht, von einer Kaffeefarm zum -tasting, einer Creperie, bis hin zu einer Bienenfarm.

Unser Ausflug um Boca Chica fiel buchstäblich ebenfalls ins Wasser, daher entschieden wir uns zu unserem nächsten Ziel weiterzufahren, in der Hoffnung das Wetter ist dort etwas stabiler.


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2022 ging es wieder los – diesmal von Kanada bis Panama – 44.000 Kilometer auf dem nordamerikanischen Kontinent, unterwegs mit einem (selbst) ausgebauten T5 Bulli, den meine bessere Hälfte und ich, von Deutschland verschifften.