Rund um den Sonne-Mond-See, der so heißt weil er angeblich die Form von Sonne und Mond zusammen hat, gibt es viel zu entdecken. Am Bekanntesten sind wohl der Wen Wu Tempel und die Ci-En-Pagode die erhaben vor dem Bergpanorama auf den blauen See hinabschaut. Beides sehr lohnenswerte Ziele.






An dem See kann man unglaublich viel entdecken, Tempel, kleine Dörfer aber auch Wassersportangebot gibt es hier. Aufgrund der Nebensaison war es angenehm ruhig, aber die großen Hotelkomplexe am Ufer ließen erahnen wie es hier wohl in der Hauptsaison aussieht. Der See ist sicher schön um ein paar Tage auszuspannen, aber so richtig Flair wollte bei mir nicht aufkommen, nicht zuletzt auch deswegen weil mir die Orte irgendwie trist erschienen.
Als nächste Station ging es nach Kaohsiung weiter südlich. Das Fo Guang Buddha Museum ist ein eindrucksvoller Komplex mit thematischen Pagoden und der größten Kupfer-Buddha Statue der Welt. Im Gebäude darunter, welches ein bisschen wie ein Tageszentrum aufgebaut ist, sind verschiedene Räume mit unterschiedlichen Buddhas… aus Gold, oder Jade, mit 1000 Armen. In Jedem Raum gibt es etwas zu entdecken: Mitmachen ausdrücklich erwünscht (solange man es mit Respekt tut). Mal ist es eine Kerze hinstellen oder einen Segensspruch ziehen. Der Buddhismus von dem hier ausgegangen wird, ist davon bestimmt, dass jeder Mensch zur Erleuchtung gelangen kann, wenn man gute Worte spricht, gute Absichten hat und gute Taten tut, dann ist das der Weg selbst Buddha zu werden. „Vielleicht nicht mehr in diesem Leben“, erklärte einer der Freiwilligen dann mit einem zwinkernden Lächeln 😄.
Schade, zu früh gefreut, dann wird es wohl doch nichts mehr mit der Erleuchtung, klang aber ja auch irgendwie zu einfach… ob er das wohl zu Jedem sagt? Ich habe es trotzdem mal versucht, und selbst Sutras geschrieben (obwohl ich mir sicher bin, bei meiner schluddrigen Handschrift, ist es wahrscheinlich eher ein Rezept für einen Eintopf als ein Lehrsatz Buddhas).
Danach in die Stadt zum sogenannten Lotus Pond. Leider ist das „Highlight“ die Drachen- und Tigerpagode für Renovierungsarbeiten geschlossen. Doch am Lotus Pond mangelt es trotzdem nicht an Kitsch, wie z.B. die Frühling-Herbst Pagoden beweisen.
Weitere Stopps sind der Lihue Nachtmarkt (der angeblich für tolles Streetfood bekannt ist) – leider muss ich sagen wirklich ansprechend finde ich hier selten etwas, meist ist es irgendwie tonnenweise einfach Fleisch und alles deep-fried (auf deutsch würde man wohl sagen: geschmacklich zu Tode frittiert). Obwohl ich durchaus auch fettes Essen mag (ich komme schließlich aus Franken 😉) ist selbst mir das zu extrem. Vergeblich sucht man hier die Abwechslung oder fleischlose Gemüse-Alternativen… das kenne ich aus Südostasien besser. Nachtmärkte sind sowieso ein großes Ding in Taiwan, in jeder Stadt gibt es Einen. Auch als Gourmetland Asiens bezeichnet man Taiwan gerne mal. Mein Fazit der Nachtmärkte zumindest ist jedoch leider nicht ganz so positiv; abwechslungsreicheres Essen gibt es z.B. in Vietnam, schöneres Flair in Thailand. Ja, es ist sicher ganz nett und das Essen ist mehr Chinesisch und Japanisch orientiert, für ein Geschmackserlebnis, muss man in Taiwan dann aber wohl eher ins Restaurant wenn man es nicht nur heiß und fettig haben will… das zeigt auch die hohe Zahl an Sterneküchen im Land (49!).




Highlight in Kaohsiung war die Street Art. In Taiwan gilt Kaohsiung als die Hauptstadt der Kunst auf Hauswänden. Das letzte Festival 2022 war überall eindrucksvoll zu bestaunen wie hier im Lingya District (Kreuzung Lane 33 & Jianjun Road), bereits seit über einem Jahrzehnt breitet sich die Kunst über Gebäudefassaden aus und wird sogar von der Stadt unterstützt. So ein wenig Farbe würde doch auch einigen Stadtvierteln in Deutschland gut tun und macht einfach nur Spaß durch die Straßen zu wandern und hinter jeder Ecke neue Kunstwerke zu entdecken.



















