Natur – und Geschmackserlebnisse von Kenting nach Hualien

Von Kaohsiung aus geht es nun ganz in den Süden Taiwans, in den Kenting Nationalpark – bekannt für schroffe Kliffe und Sandstrände. Auch hier sieht man recht schnell, dass es die absolute Nebensaison ist (im Dezember ist auf der Insel am wenigsten Tourismus zu verzeichnen). Ich hatte Glück mit dem Wetter und konnte die Highlights des Parks erkunden, allerdings nicht ohne von heftigen Windböen verschont zu bleiben.

Natürlich geht es auch zum südlichsten Punkt Taiwans; nach kurzer Wanderung eine schöne Aussichtsplattform mit Blick aufs Meer. Obligatorischer Fotostopp und an dieser Stelle, liebe Grüße an die Familienseite aus BaWü 😅 (unbedingt bis zum Ende ansehen!).

Ein paar süße und nützliche Insights die ich bei der heutigen Etappe entdeckt habe:

Über verschiedene Zwischenstopps geht es nach Hualien – Ausgangspunkt für DAS Highlight Taiwans; den Taroko Nationalpark. Auf diesen Zwischenstopps fällt recht schnell auf, die Taiwanesen sind gut im Selbstmarketing. Fotostopps gut ausgeschildert, riesige Parkplätze dazu und mit Kategorien wie „most scenic“, „spectacular view“ etc. versehen, meist auch sehr schön, aber auch etwas zu dick aufgetragen manchmal für eine (wenn auch wunderschöne) Steilküste.

In Hualien angekommen, ging es auf den Nachtmarkt – heutiges Essensziel „stinky Tofu“, von Taiwanesen und Gourmet-Kennern heiß und innig geliebt. Eine Spezialität, ursprünglich aus China; heute ist die taiwanesische Form sogar bekannter. Fermentierter Tofu, außen knusprig, innen weich. Ein traditionelles Gericht, welches polarisiert. Unzählige Videos sind auf YouTube zu finden über Menschen die ihn das erste Mal probieren, von begeisterter Zustimmung bis zu, naja, mehr unseren Reaktionen, ist alles dabei. Der Lonely Planet preist „stinky Tofu“ jedenfalls als Delikatesse an, ähnlich wie extremer Schimmel-Stinkekäse, mit komplexem Geschmacksbild. Ich habe ihn probiert und muss sagen: Ich bleibe wohl lieber bei französischem Stinkekäse als stinky Tofu, ich fand es tatsächlich fürchterlich. Aber Geschmäcker sind ja glücklicherweise verschieden – sonst wäre die Welt ja doch sehr eintönig. Und ich habe mir sagen lassen, für Viele ist schimmeliger Stinkekäse eine ebenso große Zumutung. 😉

Es war auf jeden Fall ein eindrückliches Erlebnis was mir noch lange auf der Zunge (der Nachgeschmack hielt fast den kompletten Abend an, trotz einer Runde Gurgeln mit Taiwan Bier 🍺😆) und im Kopf bleiben wird. Und dafür reist man ja. Wenn man nur Pizza und Pasta in Italien isst, lernt man doch recht wenig über die Vielfalt der Welt und stellt die eigenen Gewohnheiten selten auf den Prüfstand. Was den Einen ihr stinky Tofu, ist den Anderen stinkender Schimmelkäse.🧀